Skulptur des Bildhauers Andreas Kuhnlein im Kunst-Gottesdienst in der Christuskirche Bad Füssing

Bad Füssing. Die rund 90 Gottesdienstbesucher haben nicht schlecht gestaunt, als sie am Sonntag, den 06.02.2022 beim Betreten der Christuskirche im Mittelgang die lebensgroße Holzskulptur 'Lichtblick' entdecken. Der Bildhauer Andreas Kuhnlein hatte sie mit einer Kettensäge aus einem Baumstamm herausgeschnitten. Der Zeitpunkt für den ungewöhnlichen Gottesdienst am Sonntag nach Lichtmess war gut gewählt, um sich dem Thema 'Licht' mit all seinen Facetten anzunähern.

Unter dem Titel 'Hoffnung - Leben – Licht' hatte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern im vergangenen Jahr mitten im Lockdown ein Projekt rund um das Fest des Lichts am 2. Februar initiiert. Freischaffende Künstler und evangelische Kirchengemeinden wurden zusammengebracht, zur Unterstützung von Kunstschaffenden in der Corona-Krise und um ein deutliches Zeichen für das kulturelle Leben zu setzen. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr wurde das Konzept auch 2022 fortgesetzt.

Holzskulptur Lichtblick von Andreas Kühnlein

[ Foto: Andreas Kuhnlein | Für den Kunst-Gottesdienst in Bad Füssing hatte der Bildhauer Andreas Kuhnlein seine Lieblings-Skulpturen "Lichtblick" ausgewählt. ]

Die Idee den Bildhauer Andreas Kuhnlein für den Kunst-Gottesdienst zu gewinnen kam von Dekan Jochen Wilde. 'Licht' war das allererste Wort in unserem Universum, das machte Dekan Wilde gleich zu Beginn seiner Predigt deutlich. Gott sprach ganz am Anfang:  'Es werde Licht und es ward Licht'. Ohne dieses Licht gäbe es kein Leben, sondern nur Finsternis. Ohne dieses Licht versinke der Mensch in Chaos und Dunkelheit. Jeden Tag aufs Neue müssten wir als Menschen die Schöpfung neu beginnen und der Finsternis und dem Chaos entgegenwirken. Kuhnleins Kunst erzähle vom Licht, ohne die Dunkelheit zu leugnen.

Der renommierte Bildhauer habe sich in vielen seiner Arbeiten mit dem ständigen Mühen und Ringen des Menschen auseinandergesetzt. Ohne Lichtblicke, die unser Leben hell und hoffnungsfroh machten, ohne die Lichtblicke der Kunst und vor allem ohne das göttliche Licht, wäre unser Dasein gezeichnet von stetiger Vergeblichkeit.

Im weiteren Verlauf der Predigt versuchte Wilde eine Annäherung an die mitgebrachte Skulptur 'Lichtblick' des Bildhauers. Die lebensgroße Figur war so im Kirchenraum installiert, dass ihr Blick auf das von den seitlichen Fenstern in natürliches Licht getauchte Kreuz gerichtet war. Mit geöffnetem Mund - als wolle er etwas ausrufen - schaue der Mensch auf das Kreuz. Seine linke Hand hebe er zum Schutz in die Höhe, als würde er geblendet oder müsse sich vor Verzweiflung die Augen zuhalten. Gleichzeitig würde er vom Licht des Kreuz angezogen. Die Verzweiflung des Menschen, seine Vergänglichkeit seien Grundthemen im Schaffen Kuhnleins.  Auch der stumme Schrei des Menschen - als Sinnbild der namenlosen Schreie z.B. der Opfer in den Missbrauchs-Skandalen - seien in der Figur wiederzufinden.

"Andreas Kuhnlein wäre nicht er selbst, wenn seine Skulpturen nicht auch Hoffnungsträger wären. Auch der Lichtblick wird zu einem solchen Hoffnungsträger, weil er sich nicht einfach abwendet und alles so sein lässt, wie es ist", so Dekan Wilde.

Dementsprechend griffen auch Musik und Lesungstexte das Thema auf. Kirchenmusikdirektor Jürgen Wisgalla brachte ein Präludium des zeitgenössischen Komponisten Peter Planyavsky zu Gehör, das mit seinen Abbrüchen und Disharmonien musikalisch gut die zerklüftete Struktur der Holzskulptur nachempfand. Für die Liturgie verantwortlich hatte Kirchenrat Norbert Stapfer Gebete und Lesungen ausgesucht, die ebenfalls auf das alles beherrschende Rahmenthema ausgerichtet waren. Anschließend hatten die Gottesdienstbesucher die Möglichkeit, sich mit ihren Fragen direkt an den Künstler zu wenden

Dr. Claudia Stadelmann-Laski / Hubert Mauch


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