Seit unserem letzten ökumenischen Zwischenruf von Anfang 2015 hat sich unser Land spürbar verändert. Kriege, Gewalt und Hunger vertreiben so viele Menschen wie noch nie aus ihrer Heimat und zwingen sie zur Flucht. Im vergangenen Jahr sind Hunderttausende unter lebensbedrohlichen Umständen über das Mittelmeer oder auf dem Landweg nach Europa und zu uns nach Deutschland gekommen. Die Folgen der Krisen und Kriege in Syrien und in der Welt wirken sich im Schicksal dieser Menschen auf Politik und Gesellschaft in Europa aus.

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Viele machen sich Gedanken über die damit verbundenen aktuellen und künftigen Anforderungen und ringen um Lösungen. Wie diese aussehen müssen, zeigt der Prophet Jesaja auf, der bereits im Alten Testament mahnt ‘Bietet Brot den Flüchtigen, denn sie fliehen vor dem Schwert, … vor dem gespannten Bogen, vor der Gewalt des Kampfes‘. Hieraus wird deutlich: Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen hat in der Bibel eine lange Tradition und gipfelt im Wort Jesu: ‘Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen.‘

In dieser christlichen Tradition steht auch die Bereitschaft, sich für die ankommenden Flüchtlinge einzusetzen und Hilfen bereitzustellen. Diese Unterstützung war im vergangenen Jahr und ist auch weiterhin enorm groß. An ganz vielen Orten und Städten kümmern sich Bürgerinnen und Bürger mit großem Einsatz und belegen damit auch, welche solidarische und demokratische Kraft in unseren Gemeinden liegt. Beim Organisieren von Sprachkursen, Unterstützen in Alltagsfragen, beim Begleiten zu Behörden und Ämtern, im Eintreten für Rechte von Flüchtlingen und vielen weiteren Diensten engagieren sich unzählige Einheimische für menschenwürdiges Ankommen und gelingende Integration. Dies gilt es zu bewahren und intensiv durch eine kommunale Struktur der Unterstützung und Koordinierung zu sichern. Hierzu braucht das freiwillige Engagement verlässlichen Rückhalt. Die Kirchen sehen sich in der Pflicht, auch hier ihren Beitrag zu leisten.

Unsere Sorge und politische Verantwortung muss aber allen Menschen gelten, die am Rande der Gesellschaft stehen, die sich als ‘Entkoppelte vom gesellschaftlichen Wohlstand‘ oder ‘ohne echte Chancen, zurückgelassen in einem Leben in Armut‘ empfinden. Der Befürchtung, bei dem Ringen um Aufnahme und Integration der Flüchtlinge übersehen zu werden oder finanzielle Einschränkungen hinnehmen zu müssen, gilt es aufmerksam zu begegnen. Ziel muss eine existenzsichernde und zukunftsfähige Förderung aller Menschen sein. Selbst wenn die Aufnahme von so vielen Menschen und ihre Integration in unsere Gesellschaft nicht völlig ohne Schwierigkeiten verlaufen kann, sind wir zuversichtlich, dass die mit der Aufnahme der Flüchtlinge verbundenen Veränderungen so gestaltet werden können, dass vor allem die Chancen genutzt werden. Dazu bedarf es aber einer konstruktiven und auf gemeinsames Ringen ausgerichteten Politik.

Die evangelischen und katholischen Christen im Raum Passau fordern daher von der Politik in Bund, Ländern und Kommunen, auf der Basis des im Grundgesetz verankerten christlichen Menschenbildes die menschlichen Schicksale der Geflüchteten zu sehen und den individuellen Bedürfnissen der geflüchteten Menschen aber auch der Einheimischen gerecht zu werden.

Wir erwarten eine Politik, die über kurzfristiges Wahlkampfdenken hinaus Impulse setzt für eine auf Solidarität angelegte Gesellschaft und dazu entsprechende Rahmenbedingungen schafft. Leitend dafür sind die Vorgaben unseres Grundgesetzes hinsichtlich ‘Achtung der Menschenwürde‘, ‘Freiheit‘ und ‘Rechtsstaatlichkeit‘. Gerade in diesem Zusammenhang ist auf einen verantwortungsvollen Umgang der Politik mit den Massenmedien zu achten.

Wir brauchen eine Politik, die auf gegenseitiges Verstehen und interkulturelles Verständnis abzielt und Integration und Teilhabe zügig voranbringt. Denn die persönliche Lebensperspektive und eine gesicherte Existenz sind die Grundlage für ein Hereinwachsen in unsere Kultur und Gesellschaft.

Im Bild oben: Vertreter/innen des Vorstands des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Passau und des Dekanatsausschusses des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Passau | © Foto: Barbara Ostdary

 

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